Sehnsucht - Johann Christoph Friedrich Schiller

Ach, aus dieses Tales Gründen,
Die der kalte Nebel drückt
Könnt ich doch den Ausgang finden,
Ach, wie fühlt ich mich beglückt!
Dort erblick ich schöne Hügel,
Ewig hell und ewig grün.
Hätt ich Schwingen, hätt ich Flügel,
Nach den Hügeln zög ich hin!

Ach, wie schön muss sich's ergehen
Dort im ew'gen Sonnenschein,
Und die Luft auf jenen Höhen,
Ach, wie labend muss sie sein!
Doch mir wehrt des Stromes Toben,
Der ergrimmt dazwischen braust,
Seine Wellen sind gehoben,
Dass die Seele mir ergraust.

Einen Nachen seh ich schwanken,
Aber ach! der Fährmann fehlt.
Frisch hinein und ohne Wanken,
Seine Segel sind beseelt.
Du musst glauben, du musst wagen,
Denn die Götter leihn kein Pfand;
Nur ein Wunder kann dich tragen
In das schöne Wunderland.




DICHTER

Benn, Gottfried
Bürger, Gottfried August
Droste-Hülshoff, Annette von
Eichendorff, Joseph Freiherr von
Goethe, Johann Wolfgang von
Goll, Yvan
Gryphius, Andreas
Haushofer, Albrecht
Hebbel, Christian
Friedrich
Heine, Heinrich
Hesse, Hermann
Heym, Georg
Lasker-Schüler, Else
Nietzsche, Friedrich
Schiller, Johann Christoph Friedrich
Stadtler, Ernst Maria Friedrich
Storm, Theodor
Trakl, Georg
Werfel. Franz